Der Handel mit CFDs

Das Trading mit CFDs gewinnt seit Jahren an Bedeutung. Die Vorteile sind ein unkomplizierter kostengünstiger Zugang auf fast alle wichtigen Märkte wie Finanzmärkte, Aktien, Indizes, Rohstoffe, Währungen und Staatsanleihen. Man kann auf steigende und auch auf fallende Kurse setzen und auf Margin hohe Hebelwirkung erzielen.

Die Nachteile sind, dass man nicht die Basiswerte, die Waren, Werte oder Produkte selber kauft und damit auch deren Besitzer ist.  Statt dessen schließt man mit einem Anbieter einen Vertrag auf die Differenz zwischen Einstiegskurs und Ausstiegskurs ab.

Die Wahl des Brokers ist entscheidend

Die Sicherheit Ihres Investments steht und fällt mit dem richtigen Partner. Es wird zwar nur ein Margin einbehalten, das meistens auch der Einlagensicherung unterliegt, aber die erfolgreiche Abwicklung ist vom Anbieter abhängig. Insofern besteht ein gewisses Emittentenrisiko. Man sollte sich also den Anbieter gut aussuchen.

Die Kosten

Beim Kauf und Verkauf fällt der Spread, die Differenz zwischen Kaufkurs und Verkaufskurs an, was nicht immer sehr transparent ist. Weiters gibt es Haltekosten auf Positionen, die über Nacht gehalten werden und zwar in Form von Zinsen auf die Werte, die man handelt, aber nicht bezahlen muss, also ausgeliehen bekommt. Je nach Anbieter werden die Referenzzinsen (Euribor etc.) zuzüglich eines Aufschlages verrechnet. Im Fall von Shortpositionen oder bei Währungen können die Haltekosten auch negativ sein, wenn die Zinsen auf die Währung oder auf den Wert höher sind als der Aufschlag des Anbieters. Man bekommt also Geld gutgeschrieben. Weiters fallen bei manchen Basiswerten (z.B. Aktien) auch Kauf- und Verkaufsspesen an.

Die angebotenen Handelsplattformen sind meist hochwertig und informativ. Es gibt Analysetools und Marketnews. Umfangreiche Orderoptionen stehen zur Verfügung. Gehandelt werden kann auch mobil über entsprechende Apps. So stellen CFDs eine einfache Möglichkeit dar, effektiv und kostengünstig zu traden.

Zum Brokervergleich

.

Trading der Kurs


Quantitative oder diskretionäre Anlagestrategien

Da treten zwei fundamental unterschiedliche Anlagestile gegeneinander an und spalten die Finanzwelt in zwei Lager.

Die einen setzen drauf, alles Wissen und alle Regeln, denen die Märkte folgen, in einen Computer zu packen und Algorithmen dann emotionslos die richtigen Entscheidungen treffen zu lassen. So kann nichts übersehen werden und die Fehlerquelle Mensch ist ausgeschlossen. Somit sind sie den fehleranfälligen menschlichen Entscheidungen überlegen.

Die anderen sind natürlich nicht gegen eine Computerunterstützung, ohne die die Informationsmenge ja kaum zeitnahe zu bewältigen wäre, aber sie vertrauen auf die Erfahrung und das Wissen von Menschen. Erfahrenen Trader sind flexibler als Maschinen und können sich auch auf neue Situationen rasch einstellen. Die letzte Entscheidung soll jedenfalls vom Menschen getroffen werden. Der verantwortliche Manager ist im Rahmen seiner Veranlagungsbestimmungen an keine bestimmte Vorgangsweise gebunden.

Es gibt für beide Stile genug Beispiele von Erfolgen und Misserfolgen. Keiner kann sagen, der eine oder der andere Weg ist der einzig Richtige, da natürlich eine Reihe von weiteren Faktoren für das Ergebnis ausschlaggebend sind. Es ist sicher auch eine Frage der Persönlichkeit des Traders, ob er für die eine oder die andere Variante besser geeignet ist.

Für den privaten Trader gibt es die Möglichkeit aus einer Menge mehr oder weniger erfolgreichen Tradingprogrammen zu wählen, auf Tipps eines erfahrenen Traders zu bauen oder einfach auf das eigene Wissen und Gefühl zu vertrauen.

 

 


Trading – Profi oder Amateur

Oft liest man über tolle Gurus, die dank ihrer jahrelangen Tätigkeit bei einer Bank oder einer Fondgesellschaft als richtige Profis gelten und sich entsprechend überlegen geben. Dagegen kommt sich der Einzelkämpfer, der in seinem Homeoffice sitzt, natürlich unbedeutend vor.

Ich selber habe viele Jahre hauptberuflich in einer Emissionsfirma als Investmentmanager gearbeitet und darf Ihnen sagen, dass auch in den Topetagen der Banken und Wertpapierhäuser oft nur mit sehr dünnem Wasser gekocht wird. Selbstdarsteller und Karrieristen, die hochgespült wurden, haben oft nur einen Bruchteil des Fachwissens und der Gewissenhaftigkeit eines Heimtraders, der sich ernsthaft mit der Materie beschäftigt. Ich würde es mit der Einstufung Profi oder Amateur daher so halten, wie es im Sport gesehen wird. Profi ist der, der dafür Geld bekommt oder nennenswert damit verdient. Amateur ist der Liebhaber, der die Sache aus Begeisterung macht. Das heißt im Sport aber nicht automatisch,dass er langsamer läuft oder schlechter schwimmt. Es ist auch unter den Tradern so, dass ein Profi nicht immer auch „professioneller“ handelt als der Amateur.


 Analyse: Wie trifft man die richtige Entscheidung

Um die richtige Tradingentscheidung zu treffen, ist es notwendig, möglichst relevante Informationen über den Markt zu haben. Es gilt den Markt zu analysieren, um zu einer Entscheidung zu kommen. Zwei Hauptrichtungen sind dabei zu unterscheiden.

Fundamentale oder Technische Analyse 

Die Fundamentale Analyse beschäftigt sich mit den Ursachen der Kursbewegungen und geht dabei davon aus, dass ein lückenloses Wissen über alle relevanten Einflussfaktoren, ob politischer, ökonomischer oder sonstiger Natur, zu einer korrekten Einschätzung der zukünftigen Kursentwicklung führt. Mit der Fundamentalanalyse lassen sich eher langfristige Entwicklungen abschätzen.

Die Technische Analyse sucht die Antwort auf den zukünftigen Kurs ausschließlich in der bisherigen Kursentwicklung. Sie geht davon aus, dass in der historischen Kursentwicklung alles Wissen über den Markt enthalten ist.

Die Anhänger der Fundamentalanalyse sind eher langfristige Investoren, die klassischen Trader, die eher an der Kursentwicklung der nächsten Stunden interessiert sind, verwenden die Fundamentalanalyse meist nur unterstützend um Informationen über den Markt zu erhalten in dem sie traden. Für die unmittelbaren Tradingdntscheidungen werden jedoch meistens charttechnische Analysemethoden verwendet.

Es ist jedenfalls sinnvoll, sich mit allen Aspekten eines Marktes zu beschäftigen. Eine gründliche Ausbildung ist das Fundament richtiger Entscheidungen. Man sollte aber nie vergessen, dass es mit keiner Methode möglich ist, die Zukunft vorherzusagen. Das Ziel sollte daher sein, Tradingentscheidungen mit einer über 50% Erfolgsquote zu treffen. Wenn das gelingt, ist in Kombination mit einem klugen Moneymanagement ein ertragreiches Trading gesichert.

 

 


Lernen Sie Ihr Handwerkzeug zu beherrschen

Im Trading kommt man nur vornan wenn man die Funktionen und Möglichkeiten seiner Tradingplattform beherrscht. Nur so kann man sich auf das Wesentliche konzentrieren. Dazu bieten die meisten Broker Demokonten an, wo man mit Echtdaten traden kann, ohne tatsächlich Geld zu riskieren. Videokurse helfen einem, die Struktur und die Funktionen der Handelsplattform zu verstehen. Solche Demokonten sind gut, um die Ordermöglichkeiten und die Analysetools und den ganzen Handelsablauf kennenzulernen.

Langsam herantasten

Das richtige Gefühl bekommt man aber nur, wenn es um etwas geht. Ich rate daher, möglichst rasch mit richtigem Geld zu traden. Es sollten natürlich nur die kleinst möglichen Beträge eingesetzt werden, aber der Lerneffekt ist ein ganz anderer, wenn ich tatsächlich durch einen Fehler Geld verloren habe oder echtes Geld gewinne. Auch wenn die Beträge nur so klein sind, dass sie keine wirtschaftliche Bedeutung haben, ist doch die emotionale Komponente wichtig. Man merkt, welches Gewicht die eigenen Entscheidungen haben. Auch die mobilen Möglichkeiten, sein Konto zu überwachen und zu managen, sollte man sicher beherrschen. Oft ist es beruhigend, wenn man weiß, dass man nicht immer vor dem Schirm sitzen muss. Erst wenn man sich in der Handhabung wirklich sicher fühlt, sollte man aufwendigere Strategien und größere Trades in Angriff nehmen.

Alle Broker bieten Plattformen an, die mehr oder weniger intuitiv zu bedienen sind. Die bekanntesten sind der Meta Trader 4 und die Trader Workstation von IB, die auch von anderen Brokern genützt wird. Beides sind aufwendige Werkzeuge, die eine gewisse Erfahrung erfordern. Mit den beiden Links können Sie sich mit den Plattformen vertraut machen. Bitte vergewissern Sie sich, welche Plattform Ihr Broker unterstützt.

 

 


Trading mit der einfachsten Basisstrategie

So, jetzt haben wir ein Brokerkonto, haben es mit einem wohl überlegtem Basiskapital ausgestattet und können mit dem Traden beginnen.

Kluge Tipps und weise Ratschläge gibt es genug, aber wie entwickle ich meinen eigenen Stil und eine eigene Herangehensweise.

Damit Kaufen und Verkaufen etwas Einfaches und Selbstverständliches wird, sollte man am Anfang die einfachste Strategie versuchen, die es gibt:

Ich bilde mir eine Marktmeinung, steige in den Markt ein und lege zwei Ausstiegspunkte fest. Einen (Take Profit), der beschreibt, mit welchem Gewinn ich bei diesem Trade zufrieden wäre und einen (Stop Loss), der festlegt, wie hoch mein Maximalverlust sein darf. Sinnvollerweise sollte das Gewinnpotential eines solchen Trades höher sein als der mögliche Verlust. Zudem sollte bei der Stoporder ein Sicherheitspolster (je nach Volatilität des zugrundeliegenden Wertes) eingeplant werden. Eine Stoporder ist zwar ein gewisser Sicherheitsanker, aber leider keine Garantie, dass man den gewünschten Preis auch wirklich bekommt.

Zu jeder einzelnen dieser drei Entscheidungen führen tausend Wege. Welche die richtigen für Sie sind, muss noch herausgefunden werden.

Nur eine solides Basiswissen ermöglicht Ihnen, die richtige Wahl zu treffen. Daher sind Fachliteratur und Kurse unabdingbar.

 

 


Trader werden als Hauptberuf?

Tolle Villen, schnelle Autos und womöglich auch noch eine Yacht. Das sind die Bilder, die uns Anbieter von Ratgebern und Tradingsystemen in den Kopf setzen wollen. Finanzielle und zeitliche Unabhängigkeit. Arbeiten können, wo und wann man will. Die gute Nachricht ist: Das ist möglich. Die schlechte: Es kommt aber in der Realität kaum vor.

Eher trifft dieser Spruch zu:

Der sicherste Weg durch Trading zu einem kleinen Vermögen zu kommen, ist mit einem großen zu beginnen.

Was kann man vom Trading realistisch erwarten?

Zuerst eine längere Lernphase, die auch Geld kosten kann und in der man sich alles, was es zum Thema Börsen und Märkte zu wissen gibt, aneignen soll. Seminare, Fachbücher und Kurse sowie ein erstes eigenes Konto, das mit einer kleinen Dotierung, als Lehrgeld, ausgestattet wird, sind notwendig. Wenn dann nach drei Monaten vom Lehrgeld noch etwas übrig ist oder sogar schon Gewinne entstanden sind, kann man daran denken, ernsthaft weiter zu machen.

Es gibt keine verlässlichen Zahlen darüber, wie viele Anfänger entnervt mit leerem Konto aufgeben. Es ist aber davon auszugehen, dass mindestens die Hälfte der Einsteiger beschließen, dass eine andere Tätigkeit besser zu ihnen passt.

Der finanzielle Erfolg der Restlichen ist breit gefächert. Vom interessierten Hobbytrader bis zum hoch motivierten Vollzeittrader ist dann alles dabei.

Wie hoch kann mein Ertrag sein?

Beim Traden handelt es sich ja um eine Technik, die kurz- bis mittelfristig an Kursveränderungen profitiert. Da sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse gesetzt werden kann und mit Optionstechniken auch Seitwärtsbewegungen genützt werden können, ist der Ertrag weniger von der Marktentwicklung als vom Können des Traders abhängig. Natürlich gibt es, vor allem wenn man wenige Märkte bearbeitet, bessere und schwächere Perioden, aber der Ertrag sollte doch relativ gleichmäßig entstehen.

Wie nachhaltig der Erfolg ist, hängt hauptsächlich vom Moneymanagement des Traders ab. Zuerst muss festgelegt werden, wie viel Geld man in das Unternehmen stecken kann. Die Kapitalausstattung muss gut bedacht werden. Sie darf nur aus Mitteln bestehen, deren Verlust man im Ernstfall auch verkraften kann und muss in voller Höhe für das Trading zur Verfügung stehen.

Diese Kapitalausstattung stellt die Performancebasis dar. Wie hoch der Prozentsatz des erzielten Tradingergebnisses nach Abzug aller zuzuordnenden Kosten gemessen an dieser Performancebasis ist, beschreibt dann die Performance.

Man sieht, dass nur der Chancen auf die sagenhaften Gewinne hat, der auch den Großteil des Kapitals dauernd riskiert. Das führt dann wieder oft zu einem raschen Ende der Traderkarriere.

So kann man als Trader nachhaltig Gewinne realisieren

Hohes Risiko kann zwar die Gewinnchancen erhöhen, aber auch zu einem jähen Ende führen. Daher sollte bei einem einzelnen Trade nur ein kleinen Teil des Gesamtkapitals riskiert werden. Das Gewinnpotential eines solchen Trades sollte mindestens doppelt so hoch sein wie das Risiko. Die Kunst des Moneymanagementes und der Schlüssel zu attraktiven Erträgen besteht also in einer möglichst effizienten Nutzung des zur Verfügung stehenden Kapitals, ohne das Risiko zu erhöhen.

Dazu gibt es mehrere Ansätze. Diversifizierung ist der wichtigste Schritt.

Je gestreuter das Risiko, desto kleiner die Gefahr, alle Reserven zu brauchen. Durch Long- und Short-Positionen im selben Markt kann man das Marktrisiko neutralisieren und Reserven sparen. Märkte mit negativer Korrelation zueinander erlauben ebenfalls eine Kürzung der Reserven.

Es kommt also nicht nur darauf an, möglichst aussichtsreiche Trades zu finden, sondern auch auf den effizienten Einsatz der Reserven.

Nur wer alle Stellschrauben kennt und sie beherrscht, hat auch Chancen, dauerhaft gute Erträge von 20% – 30% zu erzielen. Wie viel das in absoluten Zahlen ist hängt natürlich vom zur Verfügung stehenden Kapital ab. Wenn man mit  1.000,– €uro beginnt kann man durchaus erfolgreich traden und gutes Geld verdienen aber der Weg zur Luxusvilla mit Ferrari und Yacht wird eher schwierig.

 

 


Die Steuer

Natürlich müssen Gewinne aus dem Trading auch versteuert werden. Das Folgende soll nur einen kurzen Überblick über die Besteuerung geben. Jeder Fall kann unterschiedlich sein. Kontaktieren Sie bitte Ihren Steuerberater, der die für Sie beste Lösung finden kann.

Die Steuer für Privatpersonen

In Deutschland sind Gewinne aus Wertpapiergeschäften einer generellen Abgeltungssteuer von 25% unterworfen, die auch von einer deutschen Depotstelle abgezogen wird. Zusätzlich fallen der Solidaritätszuschlag und, wo anwendbar, die Kirchensteuer an. Alle Kosten dürfen abgezogen werden. Bei Auslandsgewinnen muss man die Versteuerung selber im Rahmen der Einkommensteuererklärung vornehmen. Auch CFDs fallen unter diese Regelung. Forexgewinne nur, wenn man keinen Anspruch auf Lieferung der Währung hat. Ansonsten sind die Gewinne mit dem Einkommensteuersatz zu versteuern.

In Österreich ist die Situation etwas schlechter. Die Kursgewinnsteuer beträgt generell 27,5% und wird von der Depotbank in Österreich abgezogen. Ausländische Gewinne muss man zum selben Satz selber versteuern. Es könne zwar Verluste aus Wertpapiergeschäften im selben Zeitraum gegengerechnet werden, aber es dürfen weder Kosten noch Kaufs – oder Verkaufsspesen geltend gemacht werden. Weiters gelten FOREX und CFD Gewinne nicht als Kapitalertrag und müssen zum Einkommensteuersatz versteuert werden. Hier dürfen aber alle Spesen berücksichtigt werden.

Sowohl in Deutschland als auch in Österreich ist es möglich, abgezogene Gewinnsteuern zurückzubekommen, wenn der persönliche Steuersatz niederer ist.

Die Steuer für Betriebe

Für Gewinne aus dem Trading, die im Betriebsvermögen anfallen, gilt die jeweilige Abgeltungs- oder Kapitalertragssteuer nicht. Sie werden den Betriebseinnahmen zugerechnet und gemeinsam versteuert. Alle Kosten können abgezogen werden. Es gibt aber unterschiedliche Freibeträge für Kapitalerträge im Betriebsvermögen. Hier auf jeden Fall rechtzeitig den Steuerberater konsultieren, ob nicht eine Privatlösung günstiger ist.

 

 


Ist Backtesting Selbstbetrug?

Was nützt es zu wissen, dass man erfolgreich gewesen wäre?

Wenn man eine Strategie entwickelt, ist es gängige Praxis, diese anhand von historischen Daten zu überprüfen. Man weiß dann, welche Ergebnisse man bei strikter Anwendung dieser Strategie in der Vergangenheit erzielt hätte. Wenn noch nicht auf einen ausreichend langen realen Trackrecord verwiesen werden kann, werden oft Backtestingergebnisse als Beweis für die Leistungsfähigkeit neuer Strategien herangezogen.

Beim Backtesting geht man davon aus, dass etwas, das in der Vergangenheit funktioniert hat, auch in der Zukunft funktionieren wird. Dabei wird die Vergangenheit als Maßstab aller zukünftig möglichen Entwicklungen genommen.

Natürlich ist es besser, wenn man sieht, dass eine Strategie funktioniert hätte, wenn man sie angewendet hätte. Sie sehen schon, in diesem Satz kommt oft „hätte“ vor.

Die Grenzen von Backtesting

Gefährlich wird es dann, wenn eine Strategie an der Vergangenheit optimiert wird. Das ist genauso, wie wenn Sie eine Strategie für das nächste Jahr festlegen müssten und den Kursverlauf schon kennen würden. Wahrscheinlich würde dann jeder ein positives Ergebnis schaffen. Man kann nicht davon ausgehen, dass der Kursverlauf der Vergangenheit dem der Zukunft gleicht oder ähnelt. Ganz im Gegenteil, wenn man sich einen Langzeitchart ansieht, ist es eher die Realität, dass sich Kursverläufe ständig ändern.

Also sind Strategien, die überwiegend mit Backtesting optimiert wurden, mit großer Wahrscheinlichkeit Strategien. die in der Zukunft nicht funktionieren werden.

 


Chartanalyse – worum geht es eigentlich?

Der überwiegende Anteil der Trader wendet zur Entscheidungsfindung die technische Analyse an. Es werden Kursverläufe analysiert, um mit Hilfe von bestimmten Mustern unter Zuhilfenahme von Marktdaten und statistischen Daten die weitere Kursentwicklung mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vorherzusehen. Es steckt der verzweifelte Wunsch dahinter, den Kursverlauf zumindest mit einer mehr als 50% Chance erahnen zu können.

Wenn einem klar ist, dass die Zukunft unmöglich vorhersehbar ist, scheint einem der Versuch absurd, anhand von historischen Kursverläufen die zukünftigen zu berechnen.

Was steckt dahinter?

Was auf den ersten Blick wie Kaffeesudleserei wirkt, hat aber sehr wohl auch rational nachvollziehbare Seiten.

Die Preise an effizienten Märkten werden durch Angebot und Nachfrage gebildet. Wenn jemand etwas unbedingt verkaufen will, aber keiner will es haben, dann ist es wertlos. Wenn die Preise steigen, heißt das, es gibt mehr willige Käufer als Verkäufer. Je höher der Preis steigt, desto eher wird jemand bereit sein, das gefragte Gut zu diesem attraktiven Preis herzugeben. Bei steigenden Preisen ist einmal der Moment erreicht, bei dem niemand mehr zu diesem Preis kaufen möchte. Dann fällt der Preis wieder, bis alle, die verkaufen wollen, auch schon verkauft haben. Dann kommt es zu einer Bodenbildung und wahrscheinlich wieder zu einem Preisanstieg. Will man die Preisentwicklung vorhersehen, muss man also das Verhalten der Marktteilnehmer vorhersehen können.

Das Marktverhalten wird nicht unbedingt nur von nüchternen Berechnungen bestimmt. Sehr großen Einfluss hat auch die Psychologie. Wenn auch das Verhalten des Einzelnen nicht vorhersehbar ist, so ist doch das Verhalten der Gesamtheit der Marktteilnehmer in ihrer statistischen Breite immer ähnlich. Die Verfechter der technischen Analyse setzen also darauf, anhand von bekannten Verhaltensweisen auf das zukünftige Verhalten der Marktteilnehmer zu schließen und so sagen zu können, wann eine Mehrheit kaufen oder verkaufen will.

Was kann technische Analyse wirklich leisten?

Wie treffsicher solche Prognosen sind, ist schwer zu sagen. Eine Vielzahl von unterschiedlichen Analysemethoden, die um diverse Indikatoren und Marktdaten ergänzt werden, finden Anwendung. Immer wieder kommt es zu Ereignissen, die zu einem untypischen Marktverhalten führen. Keine Analysemethode kann Terroranschläge oder Unwetter vorhersagen. Jedenfalls muss die eigene Methode immer hinterfragt und weiterentwickelt werden, weil sich auch das Verhalten der Marktteilnehmer ständig ändert. Allein durch den massiven Einsatz von Computern hat sich das Handelsverhalten in den letzten Jahren stark geändert. Auch das Onlinetrading und die vollelektronischen Börsen haben zu einer starken Veränderung des Marktverhaltens geführt. Die allgegenwärtige Echtzeitinformation hat natürlich auch zu einer Beschleunigung der Reaktionszeit der Märkte geführt.

Es ist unmöglich, sichere Aussagen über die Zukunft zu treffen. Das Ziel ist es, die eigenen Chancen so zu erhöhen, dass mindestens 50% der Trades im Gewinn landen. Dann ist es möglich, gute Gewinne einzufahren.

Auch das zeigt wieder, dass ein solides Moneymanagement und eine strikte Risikobegrenzung die wichtigsten Werkzeuge des Traders sind.

Nur wer seine Verluste begrenzt und gemachte Gewinne auch realisiert, wird langfristig als Trader überleben.